Americanized – Out Now!

Tom Beck - Americanized ol

Beck is back: Nach der Rockplatte Superficial Animal, zwei ausverkauften Tourneen und zwei Auftritten auf den Festivals “Rock am Ring” und “Rock im Park”, läutet Tom Beck eine neue Schaffensphase ein. Sein zweites Studioalbum Americanized (VÖ: 05.10.12) holt den ursprünglichen Nashville-Sound nach Deutschland und zeugt von der Vielseitigkeit des Künstlers.

Der Standbass wummert, die Steel Guitar jault hinreißend sehnsüchtig im Hintergrund. Tom Beck raunt kräftig in das Mikro, um sofort in feinstofflicher Empfindung seiner Stimme Glanz zu verleihen. Bamm! Der letzte Track des neuen Albums Americanized ist im Kasten. Tom blickt kurz auf, mit prüfendem Blick. Hinter der leichten Unschärfe des Studiofensters sitzt Grammy-Preisträgerin Rebecca Lynn Howard und Eleisha Hoffman. Sie produzieren das Album. Stille hängt im Aufnahmeraum der legendären Quad Studios, in denen schon Ikonen wie Jonny Cash oder Elvis Presley ihre Alben eingesungen haben. Das Produzententeam hat viel gesehen, viel gehört in ihrem Leben. Rebecca versinkt in ihrem Ledersessel, verzieht leicht ihre Mundwinkel und kommentiert knapp: „Damn, this german guy is good!“

Nashville: hier spielt die Musik!

In Nashville hat Tom Beck an seinem Sound der Stunde gearbeitet. Hits und Hooks hat der Musiker und Schauspieler (Alarm für Cobra 11) eh in seine musikalischen AGBs eingeschrieben. Hinzu gesellt sich der ursprüngliche Klang, der die „City of Music“ seit Jahrzehnten so einzigartig macht. „Ich habe auf meinen Bauch gehört“, erklärt Tom Beck die Entscheidung in Amerika aufzunehmen. „Ich wollte ein organisches Album. Weniger Power-Rock, mehr Vielseitigkeit, mehr musikalische Facetten. Einen warmen Analog-Sound, mit klassischen Instrumenten. Musik eben, die atmet.“ Gerade Nashville eignet dafür tadellos. „Am Flughafen stehen schon die ersten Musiker und begrüßen dich,“ beschreibt Tom Beck die Atmosphäre. „In jeder Bar, auf jedem Broadway tummeln sich Bands. Es liegt so viel  Musik in der Stadt. Die Qualität ist der Wahnsinn. Das ist inspirierend!“

In diesem Melting Pot der Musik produziert GIBSON bis heute noch ihre berühmten Gitarren, selbst einige Stromverteilerkästen beschallen durch Lautsprecher an der Ampel wartende Passanten mit Hits. Nashville hat sich vom Country-Mekka zum Nabel amerikanischer Rock- und Pop-Musik entwickelt. Die White Stripes, Elvis Costello, Joss Stone, Taylor Swift – die Crème de la Crème des Musikgeschäfts schmiedet hier an dem Sound, der Monate später Fans in aller Welt verzaubert. Tom Beck ist der erste deutsche Künstler, der ein komplettes Album in der Musikmetropole aufnimmt.

Wie Americanized klingt

Eine authentische Verve strahlt durch das neue Album. Hier ein paar Beispiele: Ain’t Got You lautet die erste Single (VÖ 28.09.12) – ein funkige Feel-Good-Perle, die hinter der bittersüßen Aufmachung, die Tragik des sich Neuverliebens zum Thema macht. Almost You ist eine feinfühlige Breitwand-Ballade, Nice Guys eine mit Reggae-Elementen durchzogener Kracher, der dank eines beschwingten Grooves sofort zum Mitwippen einlädt. Die Rock’n’Blues-Nummer When You Go prescht geschmeidig los und streift einen sanften Gitarrenteppich aus, auf dem sich Tom Becks markante Stimme vollends ausbreiten kann. Holding Hands Till We Die dagegen ist in sich ruhender Folksong à la Bob Dylan – der ganz auf opulente Arrangements verzichtet und durch seine Klarheit (nur Akkustik-Gitarre und Akkordeon) zu überzeugen weiß.

Alles in allem ist Americanized ein starkes Plädoyer für die Liebe zur Musik. „Ich feiere gerade ein inneres Volksfest, dass mein Album fertig ist,“ bekennt Tom Beck. Unbekümmert, frei, beschwingt, kommt es daher, obwohl es teils gespickt ist mit grüblerischen Alltagsminiaturen, Trennungsschmerz und dem Suchen und Finden von Liebe. Doch am Ende birgt Americanized trotz textlicher Ernsthaftigkeit, musikalischer Kredibilität und vielen Background-Feinheiten, eine einfache, vielleicht typisch amerikanische Botschaft: Nimm’s leicht!